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Siemens Industriekultur

1897.

Das entscheidende Jahr für ein Areal, das später einmal „Siemensstadt“ genannt werden sollte.
Und ein Satz, der Alles zusammenfasst:

„Eigentlich sprach alles gegen diesen Standort“

Georg von Siemens

Die Siemensstadt in Spandau stellt nicht den Beginn des Siemens-Konzerns dar. Die Gründung von Siemens & Halske vollzog sich bereits im Jahr 1847.
In den folgenden etwa 50 Jahren wuchs das Unternehmen vom kleinen Hinterhofbetrieb zu einem Weltkonzern heran.
Übrigens: dieser spannende Teil, also die komplette Entstehungsgeschichte, mit Beispielen für Industriekultur in Berlin, kann für Gruppen als Vortrag oder Tagestour arrangiert werden.


Es gab hier einen sehr schwierigen Baugrund. Hier Sumpf, dort Sand.
Dazu: keine Straßen, nur unbefestigte Wege.
Dazu: kein Strom oder Gas.
Dazu: ein mühsamer Ankauf unzähliger, verstreuter Parzellen von einer Vielzahl an Bauern.
Dazu: mit zwei Landkreisen und den beiden Städten Spandau und Charlottenburg, musste dauernd über Landkauf, Steuern und Erschließung verhandelt werden.
Und: es gab eine Standortalternative mit niedrigerem Lohnniveau.

Trotzdem entschied sich Siemens für dieses abgelegene Nichts.

Zudem wollte nicht jeder, das sich der Konzern hier ansiedelt. Jahrelange Auseinandersetzungen führten sogar zu einem Baustopp beim Wohnungsbau. Und fast zur Abwanderung.
Der Name Siemensstadt war noch nicht einmal geboren, da hätte der Konzern sein Engagement an diesem Ort schon wieder eingestellt.
Dann eine wegweisende Entscheidung, die den Verbleib sicherte.

Noch heute sind Spuren dieses zweiten Geburtstages zu sehen.

Karl Janisch und Hans Hertlein. Die Architekten der Siemensstadt in Spandau.
Umbruch im Jahre 1914: Janisch geht und Hertlein übernimmt. Diese beiden Männer prägen das Erscheinungsbild der Siemens Industriekultur in der ganzen Welt.
Hier allerdings gestalten sie gleich eine ganze Stadt: nicht nur Werksbauten, sondern auch Wohn- und Freizeitgebäude inklusive Masterplan der verkehrstechnischen Erschließung.
Völlig unterschiedliche architektonische Ansichten und Möglichkeiten lassen sich bis heute bewundern. Oft direkt nebeneinander.

Eine Modellstadt für das Zusammenspiel Arbeit – Wohnen – Freizeit.

Zu dieser Thematik gibt es eine ausgiebige Führung.

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